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Werkstatt

Hoffmannsrähmchen in Teile

Wer einen Ableger oder ein Volk gekauft hat, beginnt das Volk schon bald zu wachsen. Es braucht Platz und wir müssen ihm die Möglichkeit geben, neue Waben zu errichten. Dabei fällt uns einige Arbeit zu.

Zunächst brauchen wir Holzrähmchen. Sie werden meist nicht mit der Beute geliefert, so dass wir uns eigens darum kümmern müssen. Entweder kaufen wir uns fertige Rähmchenleisten oder wir schneiden sie auf der Kreissäge selbst zu. Es ist zweckmäßig, wenn die Seitenschenkel Ausschnitte für eine Verzapfung mit den Ober - und Unterleisten aufweisen. Dann wird das zusammengesteckte Rähmchen besonders stabil. Ein Nagel oder Schussklammer von 30 mm Länge an jedem Eck mit einem Tropfen Leim gibt dem Rähmchen genügend Festigkeit. Wer ungezapfte Rähmchenleisten verwendet, braucht eine Nagelschablone.

Es ist auf die richtige Stärke und Breite des Rähmchenholzes zu achten. Die Leisten von Normalmaßrahmen haben eine Stärke von 8 mm und 25 mm breit.

   

 Die Mittelwände sind nun in die Rähmchen zu befestigen. Sie müssen so fest sitzen, dass später die ausgebauten, bebrüteten und mit Honig Vollgetragenen Waben beim Hantieren nicht herausbrechen können.

Zuerst muss man die Rähmchen, auf der Mittellinie der beiden Längsleisten oder Seitenleisten in bestimmten Abständen je vier Löcher einbohren.

Der Rähmchendraht wird von einem äußeren Loch des Oberträgers ausgehend, so durch die übrigen Löcher gezogen, dass er viermal durch das Rähmchen läuft. In der Nähe des Oberträgers wird in die Seitenteile ein Flachkopfnagel bis zur Hälfte eingeschlagen. Man dreht das Drahtende um ihn herum und klopft ihn fest. Dann spannt man den Draht zurücklaufend gelinde nach, wickelt ihn am zweiten befindlichen Nagel, schlägt auch diesen ein und dreht den Draht ab.

Zum Schluss versieht man das Rähmchen noch mit Abstandvorrichtungen, welche einen natürlichen Wabenabstand von 35 mm Mittelwand zu Mittelwand herstellen.

Jetzt ist das Rähmchen fertig zum Einlöten der Mittelwand. Hierzu braucht man elektrischen Strom der auf eine geringere Voltzahl heruntertransformiert ist. ( oder anders) zum Video

Auf die Drähte kommt die Mittelwand, welche mit geringem Spiel in das Rähmchen passt. Wenn man die Anoden des Einlötegerätes an den beiden Nägel ansetzt, erwärmt sich der Draht und die Mittelwand sinkt ein. Die Drähte kann man auch einzeln erwärmen. Man muss aber den Strom rechtzeitig unterbrechen, damit die Mittelwand nicht durch den Draht hindurchschmilzt. Es ist ratsam, die Mittelwand beim Einlöten an die untere Rähmchenleiste zu lagern. Den oben entstehenden Spalt füllen die Bienen später mit Wabenbau aus, was sie unten am Rähmchen, besonders bei größerem Spiel, nicht tun würden.

Mittelwände selbst herstellen

Wenn eine wassergekühlte Gießform zur Verfügung steht, fehlt nur noch das Wachs und eine geeignete Wärmequelle. Das Wachs sollte gut gereinigt und durchgeseiht aufgeschmolzen werden. Zum Aufschmelzen und Warmhalten eignet sich ein Weckkessel. Auf ca. 80°C eingestellt, erhält man die richtige Gießtemperatur für die wassergekühlte Silikonform. Es kann möglich sein, dass man noch etwas noch oben oder unten nachregulieren muss. Ich arbeite völlig ohne Wasserbad. Damit der Schmelzkessel nicht trocken aufgewärmt wird und schneller zum Gießen komme, schmelze ich in einem anderen Topf das Wachs vor. Das flüssige Wachs und die Wachsstücke werden immer nochmals durch ein Seihtuch was im Kessel befestigt ist durchgeseiht.

  

 

In einer günstigen Arbeitsposition wird die Gießform mit Schrauben oder einer Zwinge auf einen Tisch montiert. Wasseranschluss und Ablauf kann auf vielerleier Art vorgenommen werden. Mein Anschluss ist eine 1000 Liter Regenwassertonne. Diese ist trucklos mit einem Feinsiebfilter an die Gießform angeschlossen. Der Wasserablauf wird mit einer kleinen Wasserpumpe zurück in die Tonne gepumpt. Der Wachsauffangbehälter bleibt somit auch immer völlig Wasserfrei. Es wird immer nur mit reinem Wachs gearbeitet. Völlig ohne Lösemittel kann die Silikonform nicht betrieben werden. Am Scharnier und an der Vorderfront pinselt man zu Beginn und alle drei bis vier Pressungen etwas Lösemittel darüber.

 

Wenn das Wachs gleichmäßig über dem Unterteil ausgegossen wurde, schließt man den Deckel zügig mit leichtem Truck zu. Das Wachs verteilt sich und kühlt rasch ab.

 

Mit einer Spachtel entfernt man das übergelaufene Wachs und öffnet dann nach ca. 1 Minute die Form an dem dafür vorgesehenen Hebelmechanismus. Das Wachs im Auffangbehälter kommt gelegentlich wieder zurück in den Schmelzkessel.

An einem Eck wird die Mittelwand vorsichtig gelöst und aus der Gießform gehoben. Wenn die ersten Gießungen nicht gleich gelingen, ist das kein Beinbruch. Solche Exemplare kommen einfach wieder in den Schmelztopf. Die Gießform braucht eine gewisse Temperatur, bis es richtig läuft und mit der Zeit bekommt man auch die optimale Handhabung dafür.

                        

Die Mittelwände setzt man bis zur völligen Abkühlung aufeinander. Ich lege damit sie nicht verkleben ein Papierblatt dazwischen. Natürlich brauchen die Bienen keine Mittelwandvorlage, unterdrücken aber die Drohnenbrutnester. Diese lässt man besser im Baurahmen erstellen um die Varroamilbe regelmäßig zu dezimieren.

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