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Bienenzuchtverein für Andernach und Umgegend Vorstand
23 Aktive Mitglieder mit 114 Völker 34 Inaktive Mitglieder Vereinsinterna Die Vereinsgründung erfolgte nachweislich im April 1907 von drei Imkern. Er hat damit eine 100-jährige Tradition. 100-jähriges Vereinsjubiläum der Andernacher Bienenzüchter Auszüge aus der Vereinschronik Ohne Bienen kein Honig – aber auch kein Obst, Gemüse und keine Blumen! Dies sagten sich im April 1907 die Herren Anton Kaiser, Rendant der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Andernach und Konrektor Johannes Rüber und gründeten den Bienenzuchtverein Andernach. Die Bekanntmachung erfolgte am 2.4.1907 in der Andernacher Volkszeitung Nr. 74 Jahrgang 36. Den Vorsitz für 2 Jahre übernahm gleich Herr Anton Kaiser und übergab ihn 1909 für 35 weitere Jahre an den Mitbegründer Herrn Johannes Rüber , wobei Herr Kaiser für 46 weitere Jahre die Vorstandsarbeit des Schriftführers übernahm. Beide Herren führten den Verein dank ihrer großen Sachkenntnisse und Fähigkeiten durch die schweren Krisenzeiten. Besonders Konrektor Johannes Rüber hatte sich der Imkerschaft voll gewidmet und war auf Kreis- und Rheinprovinzebene als Lehrer an der Imkerschule, Ausbilder, Wanderredner und Buchautor bekannt und geschätzt. Leider ist unser erstes Protollbuch 1907- 1924 durch die Wirren der Zeitgeschichte verloren gegangen. Vielleicht haben wir den Glücksfall, es durch diesen Bericht wieder zu bekommen. Wir würden uns sehr freuen. Die Aufzeichnungen der Jahre 1925 bis 1935 waren unter anderem bestimmt von der Winterfutterbeschaffung für die Bienen. Der Verein hatte dies zu organisieren. Imker aus den Gemeinden Miesenheim, Plaidt, Leutesdorf, Weißenthurm, Saffig, Nickenich und Eich waren zwischenzeitlich zu dem Andernacher Verein gestoßen, der jetzt zwischen 25 und 30 Mitglieder zählte. 1932 konnte das 25-jährige Stiftungsfest im Rahmen einer Kreisimkerversammlung groß und ausgiebig gefeiert werden. 1935 tauchten ungewohnte Worte und Verhältnisse auch im Vereinsleben auf. Man sprach von Erzeugungsschlacht und von der Reichsfachgruppe „ Imker“ innerhalb der NSDAP. Neue Bienenrassen wurden vorgeschlagen und auf Bienenständen eingeführt, Obleute wurden verpflichtet. Herr Kaiser berichtete, dass 500 Bienenvölker zur Bienengiftgewinnung gehalten werden mussten. Der „Deutsche Gruß“ wurde obligatorisch. Schlimme Jahre 1937-1946 standen dem Verein ins Haus. Zwangsbewirtschaftung war angesagt. Die Parole wurde ausgegeben: Dein Honig für das deutsche Volk liefert der deutsche Imker! Beschlagnahmungen von Honig und Wachs erfolgten. Bienenmaterial gab es nur auf Bezugsscheinen. Ein großes Problem war die Winterfutterbeschaffung, bedingt durch die Kontingentierung von staatlicher Seite. Neben der Knappheit wurde der Bienenzucker vergällt, um ihn für den menschlichen Genuss unbrauchbar zu machen. Auch Puderzucker wurde ausgegeben. Wie ein Zeitgenosse berichtete, wurde dem Zucker sogar Sand untergemischt. Wetterbedingt konnte 1940 kein Honig geerntet werden, obwohl Ablieferungspflicht von 3 kg/je Bienen-Volk bestand. Andernach wurde daraufhin zum Notstandsgebiet erklärt. Ablieferungspflicht von 22 Bienenvölkern als Reparations-Zahlungen an Frankreich wurde gefordert. Für je 5 Völker musste 1 Volk abgegeben werden. Dazu kam ein großes Bienen-Völkersterben durch Mangelernährung und dem langen, strengen Winter 1946 u. 1947. Der Schreiber dieser Zeilen will nicht weiter auf die Schwierigkeiten dieser Zeit eingehen und nur anmerken: Nur mit sehr viel Opferbereitschaft und Vereinstreue der Imker und die umsichtige Vereinsführung in dieser Zeit erlaubten es den „Bienenvätern“ ihrem geliebten Hobby nachzugehen. Die Jahre nach 1948 waren davon bestimmt, die früheren politischen Verhältnisse wieder umzukehren und ein demokratisches Vereinswesen aufzubauen. Der Verein erhielt wieder seinen Namen „Bienenzuchtverein Andernach und Umgegend“, die Vereinssatzungen wurden überarbeitet und angepasst. Referate und Vorträge bienenwirtschaftlicher Art innerhalb des Vereins konnten wieder stattfinden um neue Erkenntnisse den Imkern zur Kenntnis zu bringen. Größere Probleme waren nach wie vor die Winterfutterbeschaffung, der Imkernachwuchs und sogar die Diebstähle von Bienenvölkern. 1959 zählte man wieder 27 Mitglieder mit 400 Bienenvölkern. Davon entfielen auf Andernach 13 Mitglieder, auf Namedy 5, auf Weißenthurm 5, auf Brohl 3 und auf Bell 1 Mitglied. Leider hielt der Mitgliederbestand nicht lange, da viele Altmitglieder verstarben. 1970 war der Weiterbestand des Vereins fraglich, da der Nachwuchs fehlte. Von staatlicher Seite konnte man keine Entlastung durch Fördermittel erwarten. Der damalige Vorsitzende resümierte mit den Worten: „Soll Vater Staat selber Bienen züchten um Kultur- und Nutzpflanzen bestäuben zu lassen!“ 1980 kam noch ein Horror für die Bienenwirtschaft hinzu, die Varroamilbe, an der heute noch unzählige Völker zugrunde gehen. Erst viel später erkannte man in der Öffentlichkeit den volkswirtschaftlichen Schaden dieses Parasiten und griff den Imkern mit einem Zuschuss für die teuere Behandlung der Bienen unter die Arme. 2006 wurde dieser wieder abgeschafft. Man wird sehen, wohin dies führen wird! Der Verein brachte sich durch Öffentlichkeitsarbeit wieder mehr in Erinnerung. 1980, auf dem Fest der Behinderten, spendete er 50 Pfund Honig. In Schulen wurden Vorträge gehalten und mit Bienenschaukästen das Leben der Bienen gezeigt. Es wurde Honig an die Tschernobyl-Kinder und andere Institutionen gespendet . Weihnachtsmärkte wurden mit Imkerei-Artikel und Honig bestückt. 1988 beteiligte man sich mit großem Erfolg anhand eines selbstgebauten Prunkwagens und einer Zeidlergruppe am historischen Festumzug der 2000- Jahrfeier von Andernach. Heute zählt der Bienenzuchtverein wieder 24 aktive Imker mit 130 Bienenvölkern und 26 inaktive Imkerfreunde. Das Vereinsleben wird jeden 1.Donnerstag im Monat durch einen Imkerstammtisch bereichert, in welchem Geselligkeit gepflegt wird und notwendige Informationen an die Imker weitergegeben werden. Grillfeste finden statt. Seit 1980 werden jährlich Imkerfahrten angeboten. So wurden Imker in Elsass-Lothringen, Luxemburg, Belgien, Thüringen, Allgäu, Franken, Harz und Schwarzwald besucht und lernte deren Arbeitsweisen kennen. Am 30. September 2007 begeht nun der „Bienenzuchtverein Andernach und Umgegend“ sein 100-jähriges Bestehen im Namedyer Hof, zu feiern. Vorstandsvorsitz:1907 – 1909 Anton Kaiser /Gründungsmitglied 1909 – 1944 Konrektor Johannes Rüber/ Gründungsmitglied 1944 – 1953 Anton Kaiser 1953 – 1970 Alois Mandrella 1970 – 1974 Karl Perse 1974 – 1975 Fritz Bergmann 1975 - 1997 Josef Schlicht 1997 - 2007 Martin Kleinsteuber Ehrenvorsitzende: 1953 – 1954 Anton Kaiser 1997 - heute Josef Schlicht 100 Glas Honig an die Andernacher Tafel Der Bienenzuchtverein hatte zur Jubiläumsfeier in den Namedyer Hof eingeladen und viele Mitglieder und Gäste kamen zur Festveranstaltung. So konnte der Vorsitzende des Andernacher Bienenzuchtvereins, Martin Kleinsteuber, bei seiner Eröffnungsrede das Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister Achim Hütten, begrüßen. Große Freude kam auf, als der 1.Vorsitzende des Imkerverbandes Rheinland e.V. Udo Schmelz mit Gattin, aus Duisburg anreiste. Ebenso konnten einige Vorsitzende der Kreisimkervereine begrüßt werden. Bei den anschließenden Festansprachen wurde auf die ökologische Wichtigkeit der Bienenwirtschaft hingewiesen. Sie steht nach Rinder und Schweinezucht an dritter Stelle, noch vor der Geflügelhaltung. In seiner Grußansprache berichtete Herr Schmelz von den hiesigen und im besonderen, den amerikanischen Imkern und deren Schwierigkeiten, die enormen Völkerverluste in den Griff zu bekommen. Eine der Ursache bei den amerikanischen Völkerzusammenbrüchen sieht er in einem kürzlich entdeckten Virus und hofft, dass dieser uns nicht neben der heimtückischen Varroamilbe heimsucht. Man hatte auch an die Herrichtung eines geschmackvollen äußeren Rahmens gedacht. In dem Blumenschmuck konnte man überall Honigsammler ausmachen. Vereinsmitglied Peter Roth umrahmte mit seinen musikalischen Darbietungen .ein recht fröhliches Programm und sorgte in bekannter Art für bunte Unterhaltung. Die Wirtin hatte keine Mühen gescheut und ein ausgiebiges Mittagsbüfett hergerichtet, welches von ihr persönlich präsentiert wurde. Nach der mittäglichen Stärkung standen Ehrungen auf dem Programm. Der Vorsitzende des Imkerverbandes Rheinland überreichte im Namen des Deutschen Imkerbundes den beiden Vorstandsmitgliedern, Helmut Palm und Dieter Birkenbeul, die Ehrennadel in Gold, sowie die dazugehörigen Urkunden. Willi Theisen erhielt die silberne Nadel und Viktor Wart die Nadel in Bronze, nebst Urkunden. Abschließend stand ein. besonderer Punkt auf dem Festprogramm. In Anbetracht des 100-jährigen Vereins-Jubiläums und dem Erntedanktag spendeten die Imker 100 Gläser Honig für einen guten Zweck. Im Vorstand hatte man beschlossen, diese einer karitativen Einrichtung zukommen zu lassen. Frau Buschmann von der Andernacher Tafel nahm symbolisch den Honig entgegen. In einem Schlusswort bedankte sich der Vereinsvorsitzende, Martin Kleinsteuber, recht herzlich für die entgegengebrachten Glückwünsche und die Teilnahme wird dem Wunsche, dass dem Verein noch recht viele Jahre aktiver Bienenzucht vergönnt sind. Der Verein bietet seinen Mitgliedern:
Der Imkerverein für Andernach und Umgegend lädt ein. Wir suchen Junge und Junggebliebene, die sich für die Imkerei interessieren! Sie interessieren sich für Bienen? Kennen aber keinen Imker? Sie haben immer noch kein Hobby, was sie so richtig fesselt? Wie wär’s mit der Imkerei? Was, sie haben Angst vor Bienenstiche? Alles halb so schlimm, sie werden sehen, dass unsere Bienen gar nicht so stechlustig sind wie sie immer dargestellt werden. Sie sollten aus den Ortschaften um Andernach kommen. Na, habe ich ihr Interesse geweckt? Dann melden sie sich doch einmal! zurück Inhaltsverzeichnis
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