Honiggewinnung und Honigpflege

Schleuder                        Honigernte                        Ruehrwerk

Entsprechend den schwierigen Wetter - und Trachtverhältnissen sind die Erntemöglichkeiten für Honig verhältnismäßig begrenzt. Geringere Quantität muss deshalb mit größtmöglicher Qualität aufgewogen werden. Das erreichen wir nur durch einwandfreie Honiggewinnung und Honigpflege. Zuallererst muss der Honig reif sein, ehe man ihn ernten kann. Wenn man Waben mit nicht verdeckelte Honig waagerecht hält und ruckartig nach unten stößt, darf kein Honig aus den Zellen spritzen. Andernfalls enthält er noch zuviel Wasser. Gedeckelter Honig ist dagegen immer reif.

                               

Bei welcher Temperatur sollte Honig gelagert werden

Die kurze Erntezeit, die begrenzte Erntemöglichkeiten und die ernteschwachen Jahre zu überbrücken, machen die Honiglagerung notwendig. Dazu müssen geeignete Behälter verwendet werden. Zur Honiglagerung soll der infrage kommende Raum nicht wärmer als 15°C werden und keine Fremdgerüche abgeben. Bei lichtdurchlässige Gefäße, müssen die Behältnisse abgedunkelt werden. Honig ist wasseranziehend und zwar umso mehr, je kühler die Umgebungsluft ist. Damit der Honig aus der Umgebungsluft kein Wasser aufnimmt, soll die Luft nicht mehr als 60% Luftfeuchtigkeit haben.

Honig Impfen

Rapshonig eignet sich hervorragend als Impfhonig. Dazu werden etwa 8 % Impfhonig in dem zu beimpfenden flüssigen Honig homogen verteilt. Der Impfhonig sollte zum leichteren Einarbeiten etwas vorgewärmt sein. Während der Kristallisation sollte der Honig in einem trockenen Raum bei konstanter Temperatur gelagert werden. In der Praxis wird mit einer Kristallisationsdauer von etwa einer Woche gerechnet. Das Impfverfahren ist für alle Honigsorten anwendbar.

Tipp: Honiglagerung

Sind die Lagerbehälter nach Jahren einmal nicht mehr dicht, dann kann ein Polybeutel helfen.

  

Honiglagerung in der Tiefkühltruhe

Sofort nach der Schleuderung kann Honig bedenkenlos in der Tiefkühltruhe gelagert werden, wenn das Gebinde luftdicht verschlossen ist und somit nachträglich kein Wasser aufnehmen kann. Hier hat man für die Fließhonigfans immer flüssigen Honig bereit stehen. Bei Lagertemperaturen in der Tiefkühltruhe werden die Grenzwerte erst nach Jahrzehnten erreicht. Somit bildet die Lagerung des Honigs in der Tiefkühltruhe die beste und schonendste Möglichkeit, die Honigqualität langfristig aufrechtzuerhalten. Der geringe Wassergehalt des Honigs ermöglicht das Einfrieren, ohne das die Gefahr von Glasbruch besteht. Flüssig und klar eingefrorener Honig hat bei 18°C etwa die Konsistenz von Gelee. Der Honig hat nach dem Auftauen annähernd die gleichen Eigenschaften wie beim Einfrieren, egal wie lange er eingefroren war. Die Inhaltsstoffe sind unverändert, in etwa zwei Stunden ist er bei Zimmertemperatur aufgetaut. Er wird innerhalb weniger Tage trüb und kristallisiert sehr fein und cremig aus. Der Kunde kauft gleich größere Mengen und friert diesen bei sich wieder ein. Dies ist im Gegensatz zu verderblichen Lebensmittel völlig unschädlich.

Blütenbildung im Glas

Bei allen kristallisierenden Honigen kann es zu genannten Blütenbildungen kommen. Die Ursache ist, dass bei der Kristallisation von Honig viele kleine Hohlräume entstehen. Um diese auszufüllen, dringt Luft ein, wodurch das Kristallgerüst hell oder weiß sichtbar wird. Das Phänomen zeigt sich vor allem dann, wenn im Honig einen niedrigen Wassergehalt ist. Blütenbildung tritt auch auf, wenn der Honig Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Vorzugsweise entstehen Blütenbildungen an der Oberschicht des Honigs und an der Glaswand und sind daher gut sichtbar. Die dargestellten Zusammenhänge, müsste eigentlich einfach sein, dem misstrauischen Kunden davon zu überzeugen, dass die Blütenbildung ein positives Qualitätsmerkmal darstellt.

     

Honigsorten

Honig ist der süße Stoff, den die Bienen erzeugen, indem sie Nektar oder auch andere, an lebenden Pflanzen vorfindenden Säfte aufnehmen. Mit körpereigene Stoffe bereichern und in die Waben abspeichern. Es gibt große Unterschiede in den einzelnen Honigsorten. Diese beruhen sich aus den Unterschieden des eingetragenen Nektar. So unterschiedlich wie Gemüse im Geschmack schmeckt. Wir erkennen sogar geschmackliche Unterschiede der Lagen. So schmeckt Rapshonig aus verschiedenen Lagen und erst recht von verschiedenen Sorten immer wieder anders. Beim Honig kommt aufgrund der ausgeprägten Vorratshaltung der Biene immer ein gewisser Anteil geschmacklich anderer Honige hinzu. Meine folgenden Sortenbeschreibungen können allein des Geschmacks nur eine grobe Andeutung bleiben. Probieren können und sollten sie am Stand oder beim Imker zu Hause um festzustellen, ob sich der vorliegende Honig den persönlichen Geschmack trifft.

Schwaenzeltanz       

Frühlingsblütenhonig

Frühlingsblüte ist ein zeitlich eingrenzbarer Blütenhonig des Frühjahres. Er ist von heller Farbe und mildem Geschmack. Da alle beitragenden Blütensorten wie Steinobst, sowie das Kernobst einen hellen und milden Nektar spenden.

Obstblütenhonig

Obstblüte ist eine Mischung aus sehr vielen verschiedenen Obstsorten die in dieser Zeit blüht. Im Geschmack ist der Blütenhonig zartaromatisch.

Sortenhonige

Rapshonig kann gut als Sortenhonig geerntet werden. Der Imker wandert, mit seinen Bienen an große Rapsfelder im April Mai. Die Bienen bevorzugen hier die Nähe der guten Rapsblüte. Der Honig ist fein süß von hellweißer Farbe und man schmeckt den hohen Glucosegehalt. Der Rapshonig ist bei Sportlern beliebt und im Tee hervorragend zum süßen. Jede andere Sortenhonige muss der Imker mit seinen Bienen anwandern.

Akazienhonig

Akazienhonig ist der mildeste Honig den es gibt. Er wird gerne von Kinder genommen, da er lange flüssig bleibt. Fließhonigfans lieben ihn, da er bis zu einem Jahr flüssig bleibt. Diese Eigenschaft verdankt er durch den hohen Fructosegehalt. Er ist daher besonders den Diabetiker zu empfehlen.

Waldhonig

Waldhonig entsteht nicht aus Blütennektar, sondern aus den Ausscheidungen gewisser Blattlausarten. Die Blattläuse saugen den Saft aus den Nadelbäumen oder anderen Baumarten und verdauen ihn nur unvollständig. Den süßen Rest scheiden sie aus. Diese süßen Tropfen werden gut sichtbar auf den Nadeln von den Bienen eingesammelt. Vom Herkunft der Baumart hat der Waldhonig seine dunkle Farbe und das starke Aroma.

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